Kreta 2008
Offroad mit Achilles GoToAchillesWebsite
Wir waren mit Achilles im April 2008 zum Endurowandern an Kretas Südküste. Wir hatten bei Hermann-Motorrad-Reisen gebucht und würden dies wiedertun. Im Ankunftsbereich des Flughafens von Heraklion haben wir uns ohne Schilder hochhalten sofort erkannt und gleich super verstanden. Die ersten beiden Tage hatten wir "frei" und erkundeten Matala und die nähere Umgebung. Das war in der Vorsaison sehr relaxed: abhängen, bummeln, baden. Nach kurzer Einführung in die kretische Grundhaltung, Achilles: "Du musst erst mal locker lassen", ging es dann am 3. Tag aufs Motorrad. Dabei wurden die ersten Trails erkundet, und die Motorräder kennen gelernt und Achilles hat uns unauffällig (ge-)benchmarked. "Hey, Ihr müsst nicht alles machen was der Guide macht".
Martin bekam eine Yamaha TTR 250 und Christiane eine BETA Alp 4.0 mit Suzuki- Motor. Die BETA ist eher Trial- orientiert und ein richtiger kleiner Traktor, die Yamaha will ordentlich Drehzahl und ist irgendwie wie ein junger Hund. Die Bikes wiesen statusgemäße Kampfspuren auf, waren aber technisch voll O.K. Achilles fährt alles mit einer 610er Husky. Als Ex-Boxer handelt er das Teil ohnehin wie ein Mountainbike. Auch beim Schrauben im Gelände ist er ein echter Profi. Wir hatten das Glück, dass wir die Tour zu dritt machen durften, weil die anderen Teilnehmer ausgefallen waren. Dadurch konnte Achilles die Touren perfekt auf unsere Fahrkünste abstimmen. Falls sich trotzdem mal jemand langweilen sollte, hat er auch immer ein paar Alternativen parat.
Einige wichtige Infos für Moped-Fahrer: In Kreta sind die Asphaltstrassen super glatt auch wenn es trocken ist. Es gibt keine echte Vorfahrt. Sie regelt sich nach Größe des Fahrzeuges, über Ansehen des Fahrers oder einfach durch Vertrauen auf Gott. Außerdem wird auf Verkehrsschilder und Ampeln großzügig verzichtet. Viele Ortschaften sind über Schotterpisten zu erreichen. Viele Wege und was man an Landschaft noch so befährt gehören aber sehr gastfreundlichen und liebenswürdigen Menschen die jedoch ganz schön sauer werden können, wenn man über Anbau- oder Weideflächen pflügt. Deshalb sollte man nicht ohne Guide im Gelände fahren. Achilles kennt seine Kreter und darf mit seinen Gästen gediegen bis sportlich im Gelände rumheizen. Das gilt auch für diverse Strände, solange man nicht ins Wasser fällt oder über die Handtücher fährt.
Es gibt alle Arten Gelände auf engstem Raum und in allen Schwierigkeitsgraden. Man kann auf Schotterpisten driften, im Sand buddeln, sich an Steilhängen vergnügen, in grob-steinigen Olivenhainen rumackern oder sein Gefährt im Bachbett vergraben. Übertreiben sollte man´ s nicht, weil man im weitläufigen Gelände auf sich selbst bzw. die Gruppe gestellt ist und Endurofahren als Sozius (-a) nun wirklich keinen Spaß macht. Also immer auf den Guide hören, "der weiss dann schon wann gut ist". Bei unseren Ausfahrten haben wir den Süden der Insel kennen gelernt, einige Sehenswürdigkeiten besichtigt - der Helm muss dabei nicht immer abgenommenen werden- und uns in original kretischen Kneipen bei "Ich bestell mal ein paar Kleinigkeiten" erholt. Man muss ja nicht alles essen was der Guide isst.
 
In den Kneipen macht es sich besonders bezahlt, dass Achilles fließend deutsch und griechisch spricht. Er handelt mit dem Wirt aus, was gerade frisch im Angebot ist und kurz darauf biegt sich der Tisch unter "Kleinigkeiten". Nicht immer konnten wir auf Anhieb erraten, was wir da gerade essen, aber geschmeckt hat es immer. Dazu kommt, dass jede Kneipe über eigenen Hauswein und Raki verfügt, den man nicht verschmähen sollte - wegen des beim Endurofahren geforderten Gleichgewichtsgefühls aber eher zum Abendessen. Tagsüber gibt es auch mal leckeren Tee, der nach all den Kräutern duftet, die man sonst rücksichtslos unter die Stollen nimmt. Dank Achilles zahlt man für diesen Überfluss günstige Preise ohne Touristenzuschlag.  Als Basis-Wortschatz daher völlig ausreichend:  Kalimera / Kalispera -Guten Morgen / Guten Abend, Yia Sas - Hallo, Efharisto / Efharistume - ich danke / wir danken, Yia Mas - Prost !
Wie man uns bestimmt ansieht, hat es uns sehr gut gefallen. Wir waren von Achilles, den Kretern allgemein, deren Insel mit ihren tollen, teils skurrilen Landschaften und der abgefahrenen Vegetation des kretischen Frühlings voll begeistert. Schon die Motorroller klingen dort übrigens wie die Harley Davidsons bei uns und deren Umbau kostet wahrscheinlich nicht mal mehr als die Tankfüllung des Originals. Wir werden jedenfalls wieder mal bei Achilles vorbeischauen und die Sache unter die Stollen nehmen. Schade, dass er nicht in unserer Nähe wohnt. Dann könnte man öfters mal...

                                            "YIA MAS"
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